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30. MÄRZ 2018

REISEBERICHT ISLAND

TAG 2

Island-Roadtrip Tag 2: Halbinsel Snaefellsnes, Búðakirkja, Kirkjufell

 

Der zweite Tag und die erste Nacht in meinem roten Jeep. Es ließ sich überraschen gut darin schlafen. Durch den umgeklappten Beifahrersitz ergab sich eine recht komfortable Liegefläche zwischen meinem ganzen Gepäck auf der aufgeblasenen Isomatte. Darunter zwei Wolldecken um die Unebenheiten auszugleichen. So startet der Tag mit Vorfreude und der Weiterfahrt zur Halbinsel Snaefellsnes, dem ersten Highlight auf meinem Island-Roadtrip. Zwei Ziele waren für den Tag geplant, die Búðakirkja und der Kirkjufell.

Unterwegs aber lockte erst einmal ein Schild zur Schlucht Rauðfeldsgjá für einen kurzen Abstecher. Die kleine Schlucht liegt direkt an der Route 574 und ist innerhalb von einer Gehzeit von 15 Minuten zu erreichen. Die Schlucht ist eine steile, enge Spalte mit einem Bachlauf. In ihr kreisen Vögel durch die Luft und nisten in den Felswänden. Die Sonne scheint nur am Zenit stehend in die Schlucht und bietet dann Möglichkeiten für spektakuläre Aufnahmen.

 

Im Winter ist vom eigentlichen Bachlauf nichts zu erkennen, da sich Schnee und Eis in der Schlucht türmt. Auch dann macht es Besuch durchaus Sinn, da man sich nun noch weiter in die Schlucht wagen kann. Auch bilden sich schöne Eisgebilde den den Wänden der Schlucht. Aber Vorsicht, ich kann hier nur gutes Schuhwerk mit ordentlichen Spikes empfehlen, da die Steigung in der Schlucht recht extrem sein kann - ich spreche aus Erfahrung! :)

Schlucht Rauðfeldsgjá

Schlucht Rauðfeldsgjá

Búðakirkja auf der Halbinsel Snaefellsnes

Weiter ging es zur nur wenige Minuten entfernten Kirche Búðakirkja. Sie steht, wie so viele andere Kirchen auf Island auch, nicht direkt im Dorf, sondern einsam abseits der Häuser. Die schwarz gestrichene Holzkirche bietet sich als traumhaftes Fotomotiv an, ob nun mit dem Meer oder den Bergen im Hintergrund.

Búðakirkja auf der Halbinsel Snaefellsnes

Snaefellsnes
Snaefellsnes
Snaefellsnes

Die etwas 100 km lange Halbinsel Snaefellsnes bietet alles, was Island ausmacht, auf kleinem Raum. Faszinierende Landschaften, Fjorde, vulkanische Gipfel, schwarze Strände, verkrustete Lavaströme. Ich setzte meine Reise um die Halbinsel fort und suchte einen Schlafplatz im Norden in der Nähe des Kirkjufell.

 

Meine App zur Polarlichtvorhersage lies gutes an dem Abend verheißen. Laut Vorhersage standen sie Chancen gut für Polarlicht und der Himmel klarte immer weiter auf. So machte ich es mir im Auto beim Abendbrot gemütlich und wartete ab. Und siehe da, ab 21 Uhr zeigten sich die ersten grünen Schimmer über dem nördlichen Meer. Also schnell meine Kamera vorbereitet und los ging es zum Kirkjufell. Nachdem ich den ganzen Tag über kaum Menschen getroffen hatte, überraschte mich der Trubel, der am Kirkjufell herrschte. Schätzungsweise weit mehr als 50 Fotografen hatten sich oberhalb des Kirkjufellsfoss versammelt um Bilder des Kirkjufells im Schein des Polarlichts zu machen. Mein erstes Polarlicht war ein überwältigendes Erlebnis und übertraf jegliche Erwartungen. Dabei sollte der Abend der erste von vier Polarlichtabenden beziehungsweise Nächte werden und so weit mehr als ich erwartet hatte.

 

Sehr zu empfehlen ist die Adroid-App "Polarlicht-Vorhersage" von Jake Ruston, die ich nutze um einen groben Anhaltspunkt zu haben, ob die Chancen für Polarlicht gut stehen. Sie zeigt diversen Kurz- und Langprognosen, Stärke der Sonnenwinde, wie auch Informationen zum Wetter, beispielsweise die Wolkenbedeckung.

Ingjaldshólskirkja bei Hellissandur
Polarlicht am Kirkjufell
Polarlicht bei Grundarfjörður

Ingjaldshólskirkja bei Hellissandur

Polarlicht am Kirkjufell

Polarlicht bei Grundarfjörður

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